Pfiffiges Heizsystem nutzt solare und geothermische Energie

4. Juli 2008 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Elektrische Wärmepumpen gelten als klimaschonende Alternative zu gängigen Heizsystemen.
Doch sie haben auch einige Nachteile. Zum einen wird aus einer meist durch Verbrennung gewonnen sozusagen hochwertigere Energieform wieder Wärme. Die Gesamteffizienz sinkt damit dramatisch. Zum anderen liegt die Energieeffizienz dieser Pumpen in der Praxis meist deutlich niedriger als von den Herstellern angegeben. Verbunden mit den hohen Investitionskosten sind solche Anlagen nur solange wirtschaftlich, wie die EVUs günstigen Strom verkaufen. Wärmepumpen werden nur dann als Ökoenergie anerkannt werden, wenn sie je nach Systemtyp eine Arbeitszahl von mindestens 3,3 bis 4,0 schaffen.
Doch wie sich u.a. in einem Feldtest in Baden zeigte, wird die von den Herstellern genannte Jahresarbeitszahl von vier in der Regel deutlich verfehlt. Am besten schnitten die Erdreich-Wärmepumpen mit einer Fußbodenheizung ab. Sie erreichten in dieser Untersuchung eine mittlere Arbeitszahl von 3,3 bis 3,4. Grundwasser-Wärmepumpen schnitten mit durchschnittlich 3,0 deutlich schlechter ab. Das Schlusslicht bildeten die Luft-Wärmepumpen, die bei einer Fußbodenheizung im Mittel noch auf 2,8 kamen. In Verbindung mit Radiator-Heizkörpern kamen sie nur noch auf eine Arbeitszahl von 2,3. Im speziellen Fall der mit Luft betriebenen Klein-Warmwasser-Wärmepumpen für Brauchwasser wurde sogar nur eine mittlere Arbeitszahl von 1,9 erreicht. Zum einen wird damit kein Effekt für den Klimaschutz erreicht und Häuslebauer müssen somit befürchten, dass Zuschüsse zurück zu zahlen sind.

Doch es gibt ein neu entwickeltes sehr pfiffiges Konzept, das gleichzeitig solare und geothermische Energie nutzt und damit die Arbeitszahl beträchtlich erhöht. Die Firma Roth aus Dautphtetal an der Lahn kann sich zu recht als Pionier der Solargeothermie bezeichnen. Die Roth Werke verknüpft uber eine intelligente Steuerung Solarkollektoren mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe und einer im Erdreich eingebrachten, sogenannten Solargeo-Registerstation.

Die Solarenergie wird zunächst direkt für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung eingesetzt. Die tagsüber oftmals anfallende überschüssige Energie wird in die Solargeo-Registerstation geleitet und somit im Erdreich gespeichert. Diese wird sowohl zur Erhöhung des nutzbaren Energiepotenzials der Wärmepumpe als auch zur Regeneration des Erdreichs verwendet. Durch den Flachen Einbau ins Erdreich ist die Investition gegenüber einer Tiefenbohrung erheblich reduziert. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen 25 Prozent weniger elektrischen Energieverbrauch gegenüber Standard-Wärmepumpen mit geothermischer Anbindung, was sich bisher in den ersten Tests so bestätigte.

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