Der Nordkreis geht voran! Klimaschutzkonzept vorgestellt.

2. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Natur und Umwelt, News, Politik

Präsentation Klimaschutzkonzept 23.9.2010
Der Nordkreis geht voran! Das erste interkommunal erstellte Klimaschutzkonzept zeigt ökonomische und ökologische Chancen auf: Die Wirtschafts-kreisläufe werden gestärkt und Arbeits-plätze gesichert, wenn sich die Kommunen gemeinsam mit Bürgern und Betrieben eine zukunftssichere und klimaschonende Energieversorgung  zum Ziel setzen. Doch dies geht nicht von Heute auf Morgen. Es braucht einen langen Atem und viele Mitstreiter.

In einer gemeinsamen Sitzung der kommunalen Gremien wurde am 23. September das erste interkommunal erstellte Klimaschutzkonzept von Cölbe, Lahntal, Münchhausen und Wetter/Hessen vorgestellt. Die vier Bürgermeister des Nordkreises luden hierzu die Mitglieder der kommunalen Gremien und alle interessierten Bürger ein.

Nach einer Begrüßung durch Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka zeigte Dr.-Ing. Clemens H. Mostert vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien, deENet e.V.  in Kassel in seinem Vortrag  warum sich Kommunen der Herausforderung  Klimaschutz stellen sollten. Der unmittelbare Erfolg ist beim Klimaschutz nicht zu erwarten, da die derzeitige Klimaveränderung Ergebnis unserer Emissionen von vor 30 Jahren sind und das was wir jetzt an Treibhausgasen produzieren, wird wiederum erst in 30 Jahren seine Wirkung entfalten. Wenn wir nicht bis 2050 den CO2-Ausstoß deutlicher als bisher international beschlossen reduzieren, “werde man die Erde nicht mehr wiedererkennen”, so Mostert.

Doch wer jetzt handelt und  weniger Energie verbraucht und mehr selbst erzeugt, macht sich auch unabhängiger von den unvermeidlichen Preissteigerungen fossiler Energieträger.  Die beauftragten drei Kasseler Ingenieur-Büros konnten den Weg dahin in ihrer Präsentation aufzeigen. Sie präsentierten die Ergebnisse ihrer im vergangenen Jahr erarbeiteten Untersuchungen den etwa 50 Vertretern der Gemeindegremien und Bürgern in der Stadthalle in Wetter.

Auf gut 130 Seiten geben sie einen Überblick über den Ist-Zustand beim Energiebedarf in öffentlichen und privaten Gebäuden und über die bestehenden energieerzeugenden Anlagen auf dem Gemeindegebiet. Dazu zeigen Sie das Potenzial, das die vier Kommunen im Energiesektor besitzen. Auf längere Sicht könnten sie gemeinsam zu „Plus-Gemeinden“ werden, die innerhalb ihres Gebietes mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen.

Dabei ist sind die Gebäudesanierung, die Verwendung von Biomasse und zumindest ein kleiner Windpark die wichtigsten Bausteine. Die Um- oder besser Zusammensetzung all dieser zeigt das ambitionierteste Szenario „Pionier“. Nach diesem müssten pro Jahr rund 4 Prozent der Wohngebäude energieeffizient saniert und zugleich der Anteil selbst erzeugter Energie so gesteigert werden, dass im Jahr 2030 der Energiebedarf aus eigenen Quellen zu decken ist und ggf. sogar ein Überschuss erzielt werden kann.

Wenn unserer Landkreis zu 100% Erneuerbare Energien verwenden will, dann ist dies letztlich eine Notwendigkeit!

Zuerst erschienen unter Klimax-Nordkreis, 2010.

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