Brand in Sarnau: Erste Untersuchungsergebnisse unbedenklich

8. Juli 2011 | Von | Kategorie: Natur und Umwelt, News

Unbedenkliche Messwerte bei PCB und HCB – Insgesamt noch keine Entwarnung

Probenentnahme in einem Sandkasten - Foto: Landkreis

Probenentnahme in einem Sandkasten in Lahntal-Sarnau. Links: Chemiker Dr. Wilke Behrend, rechts: Carsten Kamm, Mitarbeiter des Fachbereichs Gesundheit. Foto: Landkreis

(Pressemitteilung des Landkreises Marburg-Biedenkopf  vom 08.07.2011)
Marburg-Biedenkopf – „Heute haben uns erste Ergebnisse der von uns veranlassten Messungen in der Gemeinde Lahntal und Cölbe nach dem Brand einer Rohstoffverwertungsfirma in Sarnau erreicht. Auch wenn wir damit noch keine Entwarnung geben können, da viele Messergebnisse erst im Laufe der kommenden Woche vorliegen werden, so kann zumindest bei der Polychlorierten Biphenyle (PCB) und des Hexachlorbenzols (HCB) sowie bei der Belastung mit dem Schwermetall Quecksilber Entwarnung gegeben werden“, sagte Landrat Robert Fischbach am Freitag im Landratsamt.

Demnach konnten in allen Proben „keine PCBs und kein HCB nachgewiesen werden. Die Nachweisgrenze liegt bei 0,006 mg/kg“, so teilte der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor in Kassel mit, der für den Landkreis die Untersuchungen durchführte in einer E-Mail an das Landratsamt.

Getestet wurde unterschiedliches Obst und Gemüse an insgesamt 15 Standorten in den Gemeinden Lahntal und Cölbe und in einem Marburger Stadtteil. Explizit wurde natürlich in Sarnau gemessen, aber auch in Göttingen, Sarnau/Bahnhof, in Cölbe, Cölbe-Bürgeln, Cölbe-Schönstadt und in Marburg-Bauerbach. „Mit der Auswahl dieser weit verteilten Messpunkte können wir eine mögliche Belastung durch die Schadstoffe gut einschätzen“, so Landrat Fischbach.

Untersucht wurden Broccoli, Weißkohl, Rote Beete, Salat, Blumenkohl, Kirschen, Himbeeren, Gerste, Stachelbeeren, Äpfel, Johannisbeeren, Weizen und Zucchini. Bei all diesen Proben ließen sich weder PCB’s noch HCB nachweisen.

Die Fachleute aus dem Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz machten allerdings darauf aufmerksam, dass damit noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden könne, da man noch unter anderem auf die Messwerte bezüglich eine möglichen Belastung mit Dioxin und weiterer Schwermetalle warten müsse. Diese werden nach und nach beim Landkreis eintreffen und möglicherweise erst Mitte bis Ende der kommenden Woche vorliegen. Darauf hat der Landkreis leider keinen Einfluss, weil die chemischen Analysemethoden einen entsprechenden Zeitraum benötigen.

„Unser Ziel ist es, die Bevölkerung möglichst schnell zu informieren und zumindest schon einmal deren Sorge um die Belastung bezüglich dieser Messgrößen zu nehmen. Wir werden weiter darüber informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen“, so Landrat Fischbach, der sich darüber erleichtert zeigte, dass die ersten vorliegenden Messergebnisse keine Belastungen darstellen.

Die Experten vom Fachbereich Gesundheit und vom Verbraucherschutz empfehlen weiterhin den Bürgerinnen und Bürgern in Sarnau, Göttingen, Goßfelden und in der Kerngemeinde Cölbe rein vorsorglich vorerst kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu verzehren, bis die Untersuchungsergebnisse komplett vorliegen. Auch Kinder sollten bis dahin nicht in Sandkästen in diesen Orten spielen.

Abschließend bedankte sich Landrat Robert Fischbach bei allen Einsatzkräften für ihr umsichtiges Handeln und ihren engagierten und anstrengenden Einsatz. Dabei hob er die unkomplizierte und unbürokratische Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lahntal hervor.

Zum Thema: Giftige Gase nach Brand in Rohstoffverwertungsbetrieb; Verpuffung bei Autoverwertung in Lahntal

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