Wetter: Lokale Energiepolitik gegen alle Vernunft

22. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Natur und Umwelt, News, Politik

Der BI Windkraft Wetter ist es gelungen, lokale Politiker für den populären Kurs „Nicht vor meiner Haustür“ einzunehmen. Mit dieser werden derzeit in ganz Deutschland neue Straßen, Kindergärten, Gewerbegebiete und eben auch Windkraftanlagen verhindert.

Bei der B252 neu sind in Wetter viele zu spät aufgestanden. Lange nach der Planfeststellung merkten einige vor Ort, dass die Verlagerung der Straße in Wetter weg vom Gewerbe, hin zu den Wohngebieten gleichermaßen nicht gut für Bürger und Gewerbetreibende ist.

Hier gab es gute Argumente für eine konstruktive Begleitung des Vorhabens. Doch bei Windkraft und Regionalplan sieht es anders aus. Wer sich intensiv mit der Umsetzung von Windkraftanlagen in der heutigen Zeit beschäftigt, weiß, dass fast jeder Aspekt mehrfach geprüft wird.

Dazu gehören Auflagen von Sichtbeziehungen zu Denkmalen genauso wie die Windhöffigkeit des Standortes. Insbesondere die Genehmigungsbehörde und die Banken wollen Belege meist doppelt und dreifach, dazu nach sehr genau festgelegten Standards. Auch der Hersteller will keine Millionen teuren Anlagen an einen Projektierer liefern, der dann seine Rechnung begleichen kann, weil er sich verkalkuliert hat.

Daher ist die Unterstellung der BI Windkraft Wetter, die sich immer noch das Label „konstruktiv zu sein“ anheftet, wie schon mehrfach festgestellt unsinnig, das Regierungspräsidium Gießen würde keinen Beitrag zur Energiewende leisten „sondern [] ein Millionengrab für industrielle Abschreibungsobjekte [schaffen].“

Die Windhöffigkeit für den Teilregionalplan wurde nach festgelegten Standards geprüft und die Hürde welche Flächen in den Plan überhaupt aufgenommen werden, ist sehr hoch, für viele kommunale und Bürgerenergieprojekte zu hoch. Das Windgutachten, dass Wetter vorgelegt hat, genügt nicht den Standards, mag aber dennoch richtig sein. Unsinnig und rein populistisch ist es, öffentlich zu behaupten, dass die „Regionalversammlung und das Regierungspräsidium Gießen vier Jahre lang auf einen Plan hingearbeitet habe[n], der am Ende Flächen enthält, auf denen erwiesenermaßen kein Wind weht.“

Es schafft kein Vertrauen in unsere Kommunalpolitik, dass sich lokale Politiker für solche Aussagen hergeben. Doch viel wichtiger ist es, dass jeder Investor mit dem Klammerbeutel gepudert wäre, wenn er nicht aufgrund dieses Wetteraner Gutachtens nicht die Windhöffigkeit im eigenen unternehmersichen Interesse nicht noch gründlicher überprüft, als ohnehin von Genehmigungsbehörde und Banken verlangt wird. Nur das eigene Gutachten gelten zu lassen, ist genauso albern, wie per se Investoren Dummheit und kriminelle Absichten zu unterstellen.

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