Viele Bewerber zum Kauf für das Heimatmuseum

19. November 2017 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Kultur, News

Die Gemeinde Lahntal bietet seit ein paar Wochen das ehemalige Heimatmuseum im Feiselbergweg in Caldern, das sogenannte „Kouts Haus“ zum Kauf an. Das Haus ist marode. Es wurde am ursprünglichen Standort vor Jahrzehnten abgebaut und der Gemeinde geschenkt. Aufgrund von Lagerschäden, Fehlern beim Aufbau und vor allem bei der Ausrichtung, ist es für die Gemeinde nur mit nach gutachterlicher Beurteilung immensen Sanierungskosten in Höhe von 500.000 Euro wieder herzustellen .

Wer es nun erwirbt, muss sich verpflichten, das Gebäude­ nach Kriterien des Denkmalschutzes zu sanieren. Das Haus wurde um 1700 errichtet. 1982 wurde es komplett abgebaut und an seinem heutigen Standort wieder aufgebaut. Unser Fraktionsmitglied Claus Opper hatte in der Oktobersitzung das ausgesprochen, was die überwältigende Mehrheit in der Gemeindevertretung teilt. Die OP zitierte ihn wie folgt „Ein auf die grüne Wiese versetztes Haus kann kein Denkmal sein. Einen Nachweis darüber gibt es auch nicht. Es darf aber auch nicht sein, dass wir ein Grundstück von Wert für ­einen Euro hergeben. Deshalb unser Antrag.“

Das Landesamt für Denkmalpflege informiert auf seiner Webseite, dass Kulturdenkmäler in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen werden . Mit dem behördlichen Schreiben, dass ein Gebäude aus den angegebenen Gründen ein Kulturdenkmal ist, würde der Eigentümer über die nachrichtliche Eintragung in das Denkmalverzeichnis informiert. Eine solche Nachricht liegt weder der Gemeinde noch dem Verein als letztem Nutzer vor. Da das Gebäude zudem weder geschichtlich,noch technisch, weder künstlerisch, noch wissenschaftlich bedeutsam ist, bleibt der städtebauliche, bzw. besser ortstypische Denkmalgrund. Dieser liegt vor, wenn „ein Bauwerk Dokumentationswert in der stadträumlichen Beziehung des historischen Straßenverlaufs besitzt oder in einer Weise stadtbild- oder straßenbildprägend ist, dass es über einen bloßen historischen Beleg hinaus eine städtebauliche Bedeutung gewinnt.  Der städtebauliche Wert eines Kulturdenkmals liegt im Allgemeinen in dem für das Orts- und Landschaftsbild wichtigen Zusammenhang.“

Doch das Gebäude ist eben aus seinem Zusammenhang gerisssen, an anderem Ort aufgebaut worden. Trotzdem hatte­ Dr. Bernhard Buchstab, der Leiter der Außenstelle des Landesamtes für Denkmalschutz  in Marburg, in der Sitzung des Denkmalschutzbeirats des Landkreises Marburg-Biedenkopf erklärt, dass das Gebäude aus seinem geschichtlichen, künstlerischen und bauhistorischen Wert Denkmaleigenschaft besitze. Doch den Eintrag in das Denkmalverzeichnis konnte er trotz mehrfacher Aufforderunbg nicht vorlegen. Es wird nun darauf ankommen, ob sich untere den vielen Bewerbern, welche befinden, die sich dem bewusst sind, welche Aufgabe auf sie zukommt und die finanziellen Mittel besitzen, das „Denkmal“ unter diesen Vorgabe zu bewahren.

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